Thank god it´s school again!

 

Hallo Schwestern!

 

Welcome back in se Klassenzimmer. Die Sommerferien gehören nun endgültig der (hoffentlich) bewältigten Vergangenheit an. Endlich.

Gott (oder wer auch immer da oben rumhängt) sei Dank, dürfen wir nun endlich wieder unsere Kids auf Pisa- Känguruh und Lesetests vorbereiten. Also auf die Hauptsächlichkeiten im Leben.

 

ENDLICH dürfen wir wieder diese spannenden Elterngespräche führen, in denen wir von den Mamas und Papas mit allerhand tollen Tipps versorgt werden, wie wir genau ihr Kind zu behandeln bzw. zu fördern haben, um das Bestmögliche aus ihm heraus zu holen. Die 24 anderen Statisten ähmm…sorry, Kinder sind uninteressant. Hauptsache Leonie Marie Pfistranek wird soweit vorbereitet, dass sie in 12 Jahren mit einem ordentlichen Jusstudium beginnen kann, das sie nach 25 Semestern abbricht, um sich im Internet in einem 2 tägigen Lehrgang zum Lebens- und Sozialcoach ausbilden zu lassen. Oder zur Nageldesignerin.

 

ENDLICH dürfen wir wieder dokumentieren. Juhuuuuuu. Das Dokumentieren ist ja einer der Hauptgründe warum ich Lehrerin wurde. Ich habe mein Leben lang schon immer am liebsten meine Freizeit damit verbracht sinnlos Stricherln, Zahlen, Plus, Minus und Wellen auf irgendwelche Papierln zu schreiben, die ich kurz danach verschwinden ließ, nachdem ich sie feinsäuberlich geordnet, geheftet und nie wieder angeschaut habe. Andere haben es sich auch nicht angeschaut. Weil es schlichtweg niemand interessierte. Tja, und heute verdiene ich genau damit mein Geld. Ich dokumentiere auf Punkt und Beistrich genau. Alles. Ich weiß zwar nicht so genau was, aber ich gebe es brav ab wenn es von mir verlangt wird. Was gibt es Schöneres, als sein Hobby zum Beruf zu machen?

 

ENDLICH ist wieder alles strukturiert. Geplant. Jahresgeplant. Wochengeplant. Minutengeplant. Ich plane alles. Auch die Pausen. Kompetenzorientiert. Weil das muss man jetzt so machen. Kompetenzorientiert. Oder doch nicht? Keiner weiß es so genau. Außer die, die auf der PH Fortbildungen zu diesem Thema besucht haben. Die referieren dann unmissverständlich bei Konferenzen zu diesem Thema : „Man muss-darf-vielleicht-eventuell-unbedingt-aber eh nicht zwingend-ab jetzt-nur einmal so zur Probe-aber eh nicht gleich-irgendwann-aber auf jeden Fall sofort-kompetenzorientiert planen…. Oder aber auch nicht.“ Klare Vorgaben sind einfach die halbe Miete für erfolgreiches Arbeiten.

 

Aber all das ist nichts gegen das letzte „ENDLICH“!!!

 

ENDLICH wird die WISION Realität. WISION. Für die die es noch nie gehört haben, das steht für:

 

Wie Ich Sinnlos Investiere Ohne Nachzudenken    

 

Das Programm wurde von denselben Leuten entwickelt, die auch schon maßgeblich an der Erfindung des Grammophons beteiligt waren. Von der Benutzeroberfläche her erinnert es eher an DDR 1974, als an Österreich 2013, aber Retro ist ja in. Sponsored by Zentralsparkasse.

Im Herbstsemester 12 sind alle panisch zu den Schulungen gelaufen, damit sie als Multiplikatoren ihr Wissen so schnell wie möglich an die Kollegen weitergeben konnten, weil „WISION kommt gaaaaaaanz bald“. Zum Semesterzeugnis. Fix. Oder doch erst zum Jahreszeugnis. Dann aber fix. Ups… doch erst heuer zum Semesterzeugnis… aber jetzt sicher-ultra-mega-fix…

 

Ich denke, ich lehne mich jetzt nicht allzu weit aus dem Fenster, wenn ich sage, bevor WISION Realität wird, wird HC Strache Bürgermeister von Istanbul.

 

Angesichts der Zukunft, darf man schon mal nostalgisch zurückdenken, wie es bei einem selber in der Schule war, als wir das alles noch nicht hatten. Und trotzdem können wir sinnerfassend lesen. Manche zumindest.

 

Naja, die Nostalgie ist auch nicht mehr das, was sie mal war.

 

So nun muss ich schließen, weil ich schon seit 80 Stunden an dieser Kolumne sitze, mir aber nur 79 Stunden in den C-Topf schreiben darf.

Ein spannendes Schuljahr wünscht euch eure Kollegin

Markus

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